EURAC startet mit 14 internationalen Partnern Projekt zum Monitoring von historischen Strukturen Sie schenken dem Stadtbild sein einzigartiges Gesicht und sind von unschätzbarem Wert für das kulturelle Gedächtnis einer Region. Und doch sind historische Gebäude und museale Objekte täglich dem Zerfall ausgesetzt: Wettereinflüsse, UV-Strahlung, Abgase, ein falsch temperiertes Raumklima lassen Fresken abbröseln, Wände einreißen, Holz austrocknen oder verschimmeln. "Restaurierungen können so manche Struktur retten, sind aber immer mit Materialverlust verbunden.", erläutert die EURAC-Wissenschaftlerin Alexandra Troi. Besser sei es, bereits vor dem Zerfall einzugreifen. Gemeinsam mit 14 internationalen Partnern startet die Ingenieurin am EURAC-Institut für Erneuerbare Energie ein EU-finanziertes, dreijähriges Großprojekt, in dem Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich, Italien, Polen, Kroatien, Palästina und Jordanien ein intelligentes Überwachungssystem - ein so genanntes "Monitoringsystem" - für geschichtsträchtige Strukturen, wie antike Gebäude, Gemälde, Kirchenfenster oder Skulpturen, entwickeln. Das System soll die äußeren Einflüsse wie Klima, Gase und Vibrationen messen und Warnmeldungen bei Werten herausgeben, die das überwachte Objekt gefährden könnten. Getestet wird das System an weltbekannten Kulturgütern: am Schloss Schönbrunn in Wien, auf der Museumsinsel in Berlin, am Münster von Schwäbisch-Gmünd, am Provinzialpalast in Bologna, in der Altstadt von Hebron in Palästina und in der antiken römischen Stadt Gerasa im heutigen Jordanien. Die Messungen werden dabei kabellos betriebene Sensoren vornehmen, die die Wissenschaftler im Laufe des Projektes entwickeln. Die EURAC wird zur Stromversorgung der im Freien angebrachten Sensoren kleine Photovoltaikmodule entwerfen. Zusätzlich werden drei EURAC-Ingenieure ein Konzept zur Datenanalyse erarbeiten, mit dem das System bereits an der historischen Struktur die gemessenen Daten vorauswertet. Die ca. 30 beteiligten Wissenschaftler treffen sich vom 1.-3.Dezember an der EURAC in Bozen. Termin: 1.-3. Dezember, Kick-off Meeting, EURAC Für weitere Informationen: Alexandra Troi, Tel. 0471 055 332 |